Brauche ich eine Vollständigkeitserklärung?
Drei Materialgruppen entscheiden: Glas ab 80.000 kg, Papier, Pappe und Karton (PPK) ab 50.000 kg sowie Leichtverpackungen (LVP) zusammen ab 30.000 kg. Kunststoff, Metalle und Verbunde teilen sich die LVP-Schwelle. Prüfen Sie die systembeteiligungspflichtigen Mengen des Vorjahres und bereiten Sie bei erreichter Schwelle die gesamte erforderliche Erklärung vor.
Systembeteiligungspflichtige Mengen des Vorjahres in Deutschland: Glas, PPK und die gemeinsame LVP-Gruppe. Tragen Sie 0 ausdrücklich ein, wenn keine Menge anfiel. Unbekannte Mengen erst klären. Es wird nichts gespeichert.
Eisenmetalle, Aluminium, Kunststoffe, Getränkekarton- und sonstige Verbundverpackungen addieren. Holz zählt nicht zu dieser Gruppe. Bereits erfasste Kunststoffmengen nicht nochmals addieren.
Ihr Ergebnis je Materialart erscheint hier.
So geht es
- Drei Gruppen vollständig erfassenGlas und PPK getrennt, Kunststoff, Eisenmetalle, Aluminium, Getränkekarton- und sonstige Verbundverpackungen als gemeinsame LVP-Menge. Echte Null eintragen; unbekannte Mengen erst klären.
- Gruppen und Zusammensetzung prüfen29.000 kg Kunststoff und 29.000 kg Aluminium ergeben 58.000 kg LVP: Die Schwelle ist erreicht. Eine unspezifische Angabe Sonstige kann dagegen auch Holz enthalten und muss aufgeteilt werden.
- Prüfer früh suchenErreichen Sie eine Schwelle, muss die Erklärung geprüft und bestätigt sein, bevor sie hinterlegt wird. Wer die Schwelle erst im April bemerkt, sucht spät: Alle Verpflichteten haben denselben Termin.
- Mengen ganzjährig führenBelege je Material führen und am Jahresende abgleichen. Die App erhält vorhandene Sonstige-Angaben und kennzeichnet eine entscheidende unklare LVP-Zuordnung; dieser Rechner nimmt die geklärte Gruppensumme auf.
Glas, PPK und LVP: drei Gruppen
§ 10 Abs. 4 VerpackDG stellt auf systembeteiligungspflichtige Mengen ab: Glas 80.000 kg, Papier, Pappe und Karton zusammen 50.000 kg und die übrigen dort genannten LVP-Materialien zusammen 30.000 kg. Glas und PPK werden nicht zur LVP-Menge addiert.
29.000 kg Kunststoff plus 29.000 kg Aluminium ergeben 58.000 kg LVP und erreichen die gemeinsame Schwelle. 40.000 kg Glas plus 20.000 kg PPK erreichen dagegen keine Gruppenschwelle. Bereits das genaue Erreichen genügt: 30.000 kg LVP sind pflichtig.
Eine Angabe Sonstige genügt nicht immer: 20.000 kg Kunststoff plus 15.000 kg unaufgeschlüsselte Sonstige können die LVP-Schwelle erreichen. Enthält Sonstige Holz, ist dessen Masse nicht allein deshalb LVP. Bei 10.000 kg Kunststoff plus 15.000 kg Sonstige liegt selbst die mögliche LVP-Summe unter 30.000 kg, sofern alle Angaben vollständig sind.
Von der Schwelle zur geprüften Erklärung
Eine erreichte Gruppenschwelle löst die erforderliche vollständige Erklärung aus, nicht nur eine Erklärung zur überschrittenen Fraktion. Stimmen Sie mit dem registrierten Prüfer Bezugsjahr, Verpackungsarten, Mengenbelege, Systembeteiligung und erforderliche Rücknahme- und Verwertungsnachweise ab.
Die Erklärung muss geprüft und bestätigt elektronisch in LUCID hinterlegt werden. Der gesetzliche Regeltermin ist der 15. Mai des Folgejahres. Laut Zentraler Stelle verschiebt sich das Fristende bei Samstag, Sonntag oder Feiertag auf den nächsten Werktag. Prüfen Sie deshalb den tatsächlichen Termin für Ihr Bezugsjahr und planen Sie die Prüfung davor.
Die Schwellenprüfung betrifft systembeteiligungspflichtige Mengen. Sie ist von den Angaben in der Erklärung zu unterscheiden. Für Bezugsjahre bis einschließlich 2026 nennt die Zentrale Stelle Verkaufs- und Umverpackungen; beachten Sie die Übergangsregeln in § 68 Abs. 5 und 8 VerpackDG. Transportverpackungen werden durch den Rechtswechsel nicht pauschal zu einer zusätzlichen Schwellenmenge.
Unterhalb der Schwelle und bei offenen Angaben
Auch unterhalb der Schwellen können die Zentrale Stelle oder die zuständige Landesbehörde eine Erklärung verlangen (§ 10 Abs. 4 Satz 2 VerpackDG). Keine Mengenschwelle erreicht bedeutet deshalb keine Aussage über eine konkrete behördliche Anforderung.
Bei unklarer Zusammensetzung beschaffen Sie die Aufteilung Ihrer Lieferanten oder Verpackungsdaten. Trennen Sie LVP von anderen Materialien und erfassen Sie jede Masse nur einmal. Das bestehende App-Feld Sonstige wird nicht rückwirkend als LVP umgedeutet.
Quellen geprüft am 19.10.2026: Die Zentrale Stelle erläutert Schwellen, Erklärungsumfang und Hinterlegung; § 10 und die Übergangsregeln des § 68 VerpackDG tragen die rechtliche Einordnung.
Quellen und amtliche Anlaufstellen
Häufige Fragen
Zählt meine Gesamtmenge über alle Materialien?
Glas, PPK und LVP werden als drei Gruppen verglichen. Innerhalb der LVP-Gruppe werden Eisenmetalle, Aluminium, Kunststoff, Getränkekarton- und sonstige Verbundverpackungen zusammengezählt. 29.000 kg Kunststoff plus 29.000 kg Aluminium sind deshalb 58.000 kg LVP und erreichen die Schwelle.
Ich liege genau bei 50.000 kg Papier. Bin ich befreit?
Nein. Die Befreiung endet beim Erreichen der Gruppenschwelle: bei 50.000 kg Papier, Pappe und Karton, 80.000 kg Glas oder 30.000 kg LVP. Maßgeblich sind die systembeteiligungspflichtigen Mengen des Vorjahres.
Wer darf die Erklärung prüfen?
Ein registrierter Sachverständiger, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder vereidigter Buchprüfer prüft und bestätigt die Erklärung. Die qualifiziert elektronisch signierte Bestätigung und die zugehörigen Prüfberichte werden in LUCID hinterlegt. Der Rechner ersetzt diese Prüfung nicht.
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PackPilot dokumentiert Ihre Pflichten und Termine und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr; verbindlich ist der amtliche Gesetzestext. Rechtsstand: VerpackG bis 11.08.2026; ab 12.08.2026 gilt das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) neben der Verordnung (EU) 2025/40.